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Kopfbedeckungen sind mehr als ein Mode-Accessoire, denn sie prägen den eigenen Stil und sind zugleich Ausdruck der individuellen Persönlichkeit. Kopfbedeckungen zeigen sich dabei oft in dezenten Ausführungen und überzeugen zugleich als auffallendes Statement. Hüte sind vielfältig wie ihre Besitzer und erscheinen aus Filz, Pelz, Leder, Stoff oder Stroh. Für das außergewöhnliche Herausputzen der Kopfbedeckungen sorgt die sogenannte „Putzmacherin“. Wie, noch nie gehört? Dann lest unbedingt weiter!

Der historische Hintergrund der Putzmacherin

Die Putzmacherin (heute: Modistin), auch "Putzerin" genannt, ist ein staatlich anerkanntes Berufsbild nach dem Berufsbildungsgesetz. Bis in das 20. Jahrhundert fertigte die Putzmacherin ausschließlich Kopfbedeckungen für weibliche Kundinnen an. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zählte zum Betätigungsfeld der Putzmacherin auch die modische Ausstattung von Kleidern. Früher wurde Kleidung viel seltener neu angeschafft, sondern die bestehende immer wieder verändert. Hier kam die Putzmacherin ins Spiel, sie überarbeitet dabei Kleider und stattete diese mit wichtigen modischen Details aus. Erstmals wurde der Beruf 1938 als duale Ausbildung staatlich geregelt. Unterschieden wurde damals zwischen dem Hut- und Mützenmacher, der Hutgarniererin und der Putzmacherin. Erst 1959 wurden die drei Berufe unter dem Ausbildungsberuf der Putzmacher vereint.

 

 

 



Bereits 1969 erfuhr der Beruf eine Aktualisierung und trug ab dann die Bezeichnung "Modist", der bis heute etabliert ist. Eine Neuordnung des Modistenhandwerks erfolgte 2004, als fachliche Qualifikation im Schnitttechniksegment und das eigenständige Entwickeln sowie Erarbeiten von Modeentwürfen in die Ausbildung integriert wurden. Heute gibt es nur noch wenige Berufsschulen die Modisten ausbilden. Seit 2013 wird die Ausbildung zentralisiert und im Blockunterricht im Oberstufenzentrum für Bekleidung und Mode in Berlin angeboten.
Im Zuge der industriellen Fertigung von Kopfbedeckungen ist der Beruf der Modistin inzwischen jedoch leider sehr selten geworden. Individuell angefertigte Kopfbedeckungen bewegen sich längst abseits vom Mainstream und werden daher seltener verlangt. Aber gerade das macht sie ja gerade oft erst so interessant!

 

 

 


Die Ausbildung zur Modistin

Bei dem Beruf Modistin handelt es sich um eine duale Ausbildung (Berufsschule und Ausbildungsbetrieb) in Industrie sowie Handwerk, die insgesamt drei Jahre in Anspruch nimmt. Eine Modistin findet dabei in Betrieben der handwerklichen Hutproduktion, als Kostüm- und Hutmacherin in Schauspielhäusern, beim Film, der Oper oder in der industriellen Serienfertigung ihr Beschäftigungsfeld. Gearbeitet wird zudem in Modeateliers, professionellen Fertigungshallen oder Werkstätten. Für die Ausbildung besteht rechtlich keine bestimmte Schulbildung, allerdings erwarten Betriebe in der Regel Auszubildende mit Realschulabschluss oder besser Hochschulreife. Wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung bilden dabei zeichnerische Kreativität und Befähigung sowie eine erstklassige Augen-Hand-Koordination. Handwerkliches Geschick sowie Sorgfalt und Kundenorientierung sollten bei Auszubildenden ebenfalls vorhanden sein, um in dem Beruf erfolgreich zu sein.

 

 



Produkte der Modistin und deren Herstellung

Die Produktpalette ist sehr vielfältig und reicht von Kappen über Mützen und Hüten bis hin zum individuellen Kopfschmuck, der ganz speziell angefertigt wird. Kopfbedeckungen für unterschiedliche gesellschaftliche Anlässe wie Schauspiel, Trauerfeierlichkeiten, Hochzeiten und andere Events zählen ebenso zum Repertoire wie Kopfbedeckungen für den Beruf, Sport oder einfach als Wetterschutz.

Eine individuell hergestellte Kopfbedeckung benötigt sehr viel handwerkliche Können und natürlich Zeit. Zunächst wird dazu ein Schnittmuster erstellt, das als Basis für den "Hutstumpen" dient. Der Hutstumpen ist das Rohmaterial, das aus unterschiedlichen Materialien bestehen kann. Der grob geformte Hutstumpen wird angefeuchtet, über eine Form gezogen und individuell angepasst. Die Form entsteht durch das Wechselspiel zwischen dem Druck des Bügeleisens und der Hitze des Wasserdampfes. Der Rohling wird anschließend mit dem Ripsband verstärkt. Für Stabilität sorgt dabei eine Mischung aus Verdünner und Leim. Anschließend wird der Hut von der Holzform gelöst, sobald er getrocknet ist. Daraufhin wird die Randkante auf einer Grundform fixiert, während auf der unteren Seite die Hutkrempe festgemacht wird. Die Randkante wird nun abgesteppt, das überflüssige Material entfernt und das Futterband eingenäht. Zuletzt werden individuelle Verzierungen oder Garniturstoffe am Hut befestigt, was für den einzigartigen Touch des Models sorgt.

 

 

eine alte, noch gebrauchsfertige Hutmachernähmaschine, mit der Strohstreifen zusammen genäht wurden

 

Fazit: Die Krone des Outfits

Die Modistin setzt jedem Outfit buchstäblich die Krone auf und sorgt damit für einen individuellen Stil. Auch heute vereint die Kopfbedeckung die praktischen Vorteile des Wetterschutzes mit einem modischen Statement, das durch Exklusivität besticht. Das bringt mich auf die nächste Frage: Tragt ihr auch Hüte oder habt ihr sogar schon mal selbst einen Hut genäht? ;-)

Kommentare   

# CE 2020-09-01 20:47
Ich besitze sehr viele Hüte --Ca 100 derzeit. Ich trage sie gern und viel und hab schon Fascinator selbst gemacht. Es macht Spaß und ist sehr elegant.
Die Sammlung wird wachsen....
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