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Ein Leben ohne Smartphone, Auto, ja sogar OHNE Strom, heutzutage im 21. Jahrhundert?

Für uns eigentlich absolut unvorstellbar, oder? Aber anscheinend ist es möglich, zumindest für die Glaubensgruppe der Amish, die neben ihrer, für uns ungewöhnlichen Art zu leben, bekannt sind für die traumhaftesten Quilts.

Ein bisschen Geschichte

Zuerst vielleicht ein bisschen geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund:

Der Ursprung liegt schon vor ca 500 Jahren in der Schweiz bei einer Gruppe Reformer, die für die Lehre eintrat, erst Erwachsene zu taufen, daraus entstanden die Mennoniten und im 17. Jahrhundert unter dem Bischof Jakob Ammann die Amish. Durch religiöse Verfolgung kam es zur Auswanderung in die USA und dort die erste Ansiedlung in Pennsylvania.

 

 

Kurzer Einblick in die Lebensweise:

Die Lebensweise der Amish polarisiert die Gemüter, einerseits werden sie belächelt, weil sie in unseren Augen „primitiv“ leben, andererseits erwecken sie Bewunderung, weil sie sich so bewusst für die Einfachheit und gegen unsere heutige Konsumwelt entschieden haben

-          es gibt keine Elektrizität, also zB auch kein Telefon

-          Kein Auto, nötige Fahrten werden mit Pferd und Wagen, dem Buggy durchgeführt

-          In den eigenen Schulen besuchen die Kinder nur acht Schuljahre

-          Keine Versicherungen und Sozialleistungen, alles wird von der eigenen Gemeinschaft getragen

-          Sehr schlichte Kleidung, kein Schmuck

-          Strenge Verhaltensregeln, nach der sogenannten Ordnung

-          zentrale Werte sind der absolute Gehorsam gegenüber Gott

 

 

Die Schlichtheit der Kleidung spiegelt sich auch in den Quilts der Amish wieder. Heute werden sie auch viel für Touristen hergestellt, aber ursprünglich waren sie einfach nur Gebrauchsgegenstände, sie sollten in langen Winternächsten warm halten und entstanden aus abgelegter Kleidung.

Die Kleidung de Amish besteht aus Unitönen, da sie im Alltag auf einer Farm vor allem praktisch sein muss, überwiegen die dunklen Töne: braun, grau, schwarz, lila, grau und dunkles Rot.

 

 

 

Die Quilts der Amish

Auch in den traditionellen Mustern spiegelt sich die Schlichtheit der Lebensweise. Ursprünglich waren es Rechtecke, Dreiecke und Quadrate, die zusammengesetzt wurden, natürlich mit der Hand und nicht mit der elektrischen Nähmaschine. Rundungen und Applikationen finden sich in den alten Mustern gar nicht, sie würden der Einfachheit und Schlichtheit der Amish widersprechen.

Das Quilten war für die Frauen die einzige Möglichkeit sich künstlerisch zu betätigen und so entstanden aus den einfachen, gerade gequilteten Linien mit der Zeit oft kunstvolle Ornamente. Dabei wird die Patchworkdecke auf einen großen Rahmen aufgespannt, die Stiche werden in alle Richtungen gesetzt und oft arbeiten mehrere Frauen gleichzeitig an den Quiltarbeiten und genießen dabei das gemeinschaftliche Treffen.

 

 

Typische Muster der Amish sind „Bars“, es besteht aus kontrastreichen Stoffstreifen, „Center Diamond“, eine auf eine Ecke gestellte Raute, „sunshine and shadow“, ein perfektes Farbspiel, der schlichte „Nine Patch“, oder ausnahmsweise ein gegenständliches Muster das „schoolhouse“ Auch das „star-flower“ Muster fällt ein bisschen aus der Reihe, hat es doch eindeutig Rundungen und war wohl auch mehr in den liberaleren Amish Gemeinden im Gebrauch.

 

Die Quilts der Amish werden mich wohl mein ganzes Leben lang faszinieren. Bevor jetzt die ersten Einwürfe von Euch kommen :-) ja, ich weiß es sind eigentlich nicht meine Farben und schließlich mag ich gemusterte Stoffe ganz besonders, aber gerade die Einfachheit der Muster und verwendeten Stoffe, die mit ganz wenig Aufwand einen unglaublichen Effekt erzielen lassen mich nicht los. Die winzig kleinen Stiche, des Handquiltens sind absolute Kunst.

Bei einem Besuch der Amish vor einigen Jahren, entdeckte ich in einem Laden eine Decke in diesem Muster:

Leider gab es keine Anleitung zu kaufen und so setzte ich mich stundenlang an den Computer, bis der farbliche und räumliche Effekt der Stoffe genau so war, wie ich wollte.

Bis heute habe ich noch niemanden getroffen, der mir den Namen des Musters verraten konnte.

Kleines Fazit

Könnte man selbst so leben? Ich sicher nicht! Es ist vielleicht so ähnlich, wie mit meinem Blogartikel vor ein paar Wochen „11 Tage ohne Internet“, ein bisschen Sehnsucht nach der scheinbaren Einfachheit von früher, mit dem Wissen, dass man die Annehmlichkeiten von heute jederzeit erreichbar hat. Ich bin auf Eure Meinung gespannt!

Kommentare   

# Christine 2018-12-17 09:14
Hallo,
das Muster nennt sich "light in the valley".
Schöne Weihnachten.
Liebe Grüße,
C.Fritzel
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